Die PR9 führt durch Madeiras Lorbeerwald, nasse Tunnel und schmale Passagen zum Wasserfall Caldeirão Verde. Hier ist unsere ehrliche Erfahrung.
⚠️ Neue Wanderregeln auf Madeira 2026: Für klassifizierte PR-Wege sind eine vorherige Buchung über SIMplifica, ein Zeitfenster und gegebenenfalls eine Gebühr erforderlich. Unser Guide zu Madeiras Wanderregeln und Reservierungen erklärt den Ablauf; prüft zusätzlich den offiziellen Status der PR9.
PR9: ein grünes Märchen auf Madeira
Die PR9 Levada do Caldeirão Verde beginnt an der Casa das Queimadas und führt auf ungefähr 12 Kilometern hin und zurück zu einem Wasserfall in einem natürlichen Felskessel.

Der Weg blickt auf São Jorge, taucht in dichten Lorbeerwald ein und durchquert schmale Tunnel. Am Ende stürzt das Wasser mehr als 100 Meter in ein klares Becken.

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Levada oder Vereda – was ist der Unterschied?
Levadas folgen Madeiras historischen Bewässerungskanälen. Sie sind häufig schattig, feucht und schmal, mit Wasserfällen und Tunneln. Veredas führen eher durch offenes Berggelände, mit steileren Anstiegen, Panoramen und wenig Schatten.
Caldeirão Verde ist eine klassische Levada: kühl, feucht und mitten im ursprünglichen Lorbeerwald.
Unser Wetter im September
Wir wanderten Anfang September bei sonnigem, warmem Wetter. Anders als auf exponierten Wegen wie der Ponta de São Lourenço spendete der Wald fast durchgehend Schatten. Die kühle Luft in den Tunneln und der feine Sprühnebel der Wasserfälle machten die Wanderung angenehm.

Anfahrt und Parken
Die Straße zum Parque Florestal das Queimadas war eine der schmalsten, die wir auf Madeira gefahren sind. Wir hatten Glück, dass uns kein Fahrzeug entgegenkam.
Auch das Parken braucht Geduld. Wir erwischten knapp hinter dem Eingang einen Platz, während mehrere Autos hinter uns abgewiesen wurden. Der nur mit Bargeld nutzbare Parkautomat war wenig intuitiv; am Ende zahlten wir 10 Euro.
Am Eingang gibt es ein kleines Café und einen Ticketschalter. Der Zugang kostete bei unserem Besuch 3 Euro pro Person, Kartenzahlung war möglich. Prüft aktuelle Preise und Reservierungsregeln vor der Anfahrt.
Später Start – wie so oft bei uns
Wir begannen um 10 Uhr und kamen gegen 18 Uhr zurück. Unser Tempo war langsam, weil ich stark erkältet war, diese Wanderung aber trotzdem nicht verpassen wollte.
Die ersten Kilometer waren ruhig. Später trafen die früh gestarteten Rückkehrer auf die späten Hinwanderer – auf dem schmalen Weg entstanden genau die menschlichen Staus, von denen wir gelesen hatten.
Wasser, Wald und schmale Passagen
Die PR9 ist ein vollständiges Eintauchen in den UNESCO-geschützten Lorbeerwald. Wasser fließt neben dem Pfad, Moose und Farne bedecken alte Bäume und kleine Kaskaden fallen direkt über den Weg.

Der Schatten gehört zu den größten Stärken der Route. In der Septembersonne wäre ein offener Weg anstrengend gewesen, doch im Wald blieb die Belastung gut machbar.
Der Besucherandrang beeinflusst trotzdem den Rhythmus. Alle gehen auf demselben Weg hin und zurück, sodass an Engstellen immer eine Gruppe warten muss. Wir sahen auch Menschen ohne Wasser oder Essen und mit Schuhen, die eher in ein Einkaufszentrum gehörten.
Drei dunkle Tunnel
Die drei Tunnel zählen zu den eindrücklichsten Abschnitten. Sie sind nass, eng und teilweise so niedrig, dass man sich ducken muss. Eine Stirnlampe ist unverzichtbar, weil beide Hände frei bleiben.

Schmale Kanten und tiefe Abgründe
Einige Passagen kleben am Berghang; tiefe Abgründe sind hauptsächlich mit Stahlseilen gesichert. Bleibt auf dem Weg und aufmerksam. Die Aussicht auf gewaltige grüne Wände und Schluchten ist großartig, doch Unfälle passieren, wenn Besucher das Gelände unterschätzen.

Überraschend wenige Insekten
Aus Kanada kommend, rechneten wir bei dieser Feuchtigkeit mit Mücken und nahmen Insektenschutz mit. Im September sahen wir fast keine. Das muss nicht das ganze Jahr so sein, machte unsere Pausen aber deutlich angenehmer.
Das Finale: Caldeirão Verde
Nach etwas mehr als vier Stunden in unserem langsamen Tempo erreichten wir den natürlichen Felskessel mit seinem über 100 Meter hohen Wasserfall.

Wir blieben länger als eine Stunde, fotografierten und beobachteten das Wasser. Alice wollte baden, beließ es wegen der eisigen Temperatur aber bei den Füßen. Einige Mutige gingen vollständig hinein.
Was gehört in den Rucksack?
- Wasserdichte Wanderschuhe für Schlamm und Pfützen.
- Eine Stirnlampe für die Tunnel.
- Schnell trocknende Kleidung.
- Wasser und Proviant, da es unterwegs keinen Service gibt.
- Ein früher Start für weniger Andrang und bessere Parkchancen.
- Geduld und volle Aufmerksamkeit an exponierten Stellen.
Lohnt sich die Levada do Caldeirão Verde?
Absolut. Trotz meiner Erkältung und unseres langsamen Tempos war sie eine der eindrücklichsten Wanderungen unserer Madeira-Reise. Statt intensiver Sonne und offener Hänge bekamen wir Schatten, Wasserfälle, Tunnel und tiefgrüne Landschaften.

Der Wasserfall am Ende belohnt jeden Kilometer. Wenn ihr nur Zeit für eine Wanderung habt und Madeiras Wald statt ausschließlich seiner Bergpanoramen erleben möchtet, gehört diese Levada auf eure Liste.
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