Madeiras Straßen bedeuten dramatische Berge, viele Tunnel und steile Ortsdurchfahrten. Das haben wir über Kosten, Parkplätze und die richtige Fahrzeugwahl gelernt.
Autofahren auf Madeira ist ein Erlebnis für sich: dramatische Berge, scheinbar endlose Tunnel und hinter fast jeder Kurve ein neuer Aussichtspunkt. Aber braucht man wirklich einen Mietwagen, oder reichen Bus, Taxi, Uber, Bolt und Transfers?
Kann man Madeira ohne Auto erkunden?
Busse: günstig, aber langsam
In Funchal funktionieren Busse gut und verbinden auch mehrere Orte der Insel. Außerhalb der Hauptstadt werden die Fahrpläne dünner. Für Wasserfälle, Levadas, abgelegene Aussichtspunkte und spontane Stopps schränken sie den Tagesplan deutlich ein.

Taxi, Uber und Bolt
Taxis sind in Funchal leicht zu finden und praktisch für Flughafentransfers. Mehrere lange Fahrten kosten jedoch schnell mehr als ein Mietwagen. Uber und Bolt funktionieren rund um Funchal und den Flughafen gut, weiter entfernt ist die Verfügbarkeit weniger zuverlässig. Nach einer abgelegenen Wanderung wartet möglicherweise kein Fahrer.
Transfers
Transfers sind für einzelne Aktivitäten sinnvoll, besonders zum Sonnenaufgang am Pico do Arieiro. Eine enge Bergstraße in völliger Dunkelheit zu fahren, muss nicht Teil des Abenteuers sein. Bei Streckenwanderungen lösen organisierte Fahrten außerdem das Problem unterschiedlicher Start- und Endpunkte.
Wann kann man auf den Mietwagen verzichten?
Wer in Funchal bleibt, nur wenige organisierte Ausflüge plant und in der Stadt Bus oder Fahrdienst nutzt, braucht nicht automatisch ein Auto. Enthält die Route dagegen mehrere Wanderungen, Porto Moniz, Fanal, Santana und spontane Stopps an der Küste, liefert der Mietwagen eine Freiheit, die der öffentliche Verkehr nicht erreicht.
Unser Video mit Mietwagentipps
Im Video zeige ich die Straßen, starken Steigungen und die wichtigsten Punkte vor der Buchung:
🎥 Video direkt auf YouTube ansehen
Was man zum Fahren braucht
Besucher benötigen einen in Portugal anerkannten Führerschein, Ausweis, Mietvertrag und Versicherungsunterlagen. Prüfen Sie vor der Reise, ob für Ihren Führerschein zusätzlich ein internationaler Führerschein nötig ist. Für die Kaution verlangen Vermieter meist eine Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers.
Bei der Versicherung lohnt Aufmerksamkeit. Enge Straßen, Steinmauern und kleine Parklücken machen Kratzer auf Madeira wahrscheinlicher als auf einem flachen, breiten Straßennetz.
Preise, Motor und Fahrzeuggröße
Preise schwanken stark nach Saison, Getriebe und Buchungszeitpunkt. Schaltwagen sind günstiger und häufiger. Automatikfahrzeuge kosten mehr und sind früher ausgebucht.
Ein sehr schwacher Kleinwagen kann mit Passagieren und Gepäck an steilen Hängen Mühe haben. Ein großer SUV wird in Dörfern und Parkhäusern dagegen schnell zum Stressfaktor. Der beste Kompromiss ist ein kompakter Wagen mit ausreichender Motorleistung.
Kraftstoff kostet mehr als in Nordamerika, die Entfernungen auf der Insel sind aber kurz. Wir gaben weniger aus als erwartet, weil Tunnel und Schnellstraßen die Regionen effizient verbinden.
Die eigentliche Herausforderung auf Madeiras Straßen
Die Hauptstraßen sind hervorragend. Schwierig wird es, wenn die Navigation durch alte Dörfer, steile Wohnstraßen oder schmale Zufahrten zu Wanderwegen führt.

Manche Steigungen wirken fast senkrecht. Niedrige Gänge, Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und vorausschauendes Halten sind wichtig. Bergab schützt die Motorbremse die Bremsanlage.
Eine Insel voller Tunnel
Madeiras Tunnel sind ein technisches Wunder. Sie verkürzen Fahrten, die früher lange Küstenumwege bedeuteten. Auf wechselnde Tempolimits achten und die Sonnenbrille vor dunklen Tunneln abnehmen.
Wetterwechsel in wenigen Minuten
Vom Meer gelangt man sehr schnell ins Gebirge. Sonne kann innerhalb weniger Minuten zu Nebel werden. Eine leichte Jacke gehört deshalb selbst bei Hitze an der Küste ins Auto.
Parken: kostenlos oder kostenpflichtig?
Funchal nutzt viele kostenpflichtige Straßenplätze und Parkhäuser. Blaue Zonen verlangen ein Ticket, weitere Einschränkungen stehen auf Schildern. Eine freie Lücke ist nicht automatisch legal.

Beliebte Wanderparkplätze füllen sich früh. Am Caldeirão Verde kostete uns der Stundenparkplatz insgesamt 10 Euro; am Pico do Arieiro zahlten wir 5 Euro auf einer weiter entfernten Fläche. In kleineren Orten und an Aussichtspunkten gibt es noch kostenlose Plätze, aber nicht immer sofort.
So lässt sich Geld und Stress sparen
- Früh buchen, besonders bei Automatik.
- Endpreis mit Versicherung und Kaution vergleichen, nicht nur den Tagestarif.
- Das Auto bei Übernahme und Rückgabe von allen Seiten fotografieren.
- Kompakt, aber nicht untermotorisiert wählen.
- Vorher prüfen, ob die Unterkunft einen Parkplatz hat.
- Offline-Karten laden und extrem schmale Routenvorschläge hinterfragen.
- Für schwierige Sonnenaufgangsfahrten lieber einen Transfer buchen.
Unsere Empfehlung
Ja, für uns hat sich ein Mietwagen auf Madeira gelohnt. Wir konnten Wanderungen, Dörfer und Aussichtspunkte nach unserem eigenen Rhythmus verbinden. Die Straßen forderten Konzentration, doch die Freiheit war den Stress wert.
Wer hauptsächlich in Funchal bleibt, kann zu einer anderen Antwort kommen. Stellen Sie zuerst die Route zusammen, zählen Sie die abgelegenen Tage und vergleichen Sie Miete plus Parken mit Touren und Transfers. Madeira lässt sich ohne Auto erleben, zeigt aber deutlich mehr, wenn man dort halten kann, wo die Landschaft einen dazu auffordert.
Weiterlesen: 8 Sehenswürdigkeiten in Funchal im ehrlichen Test
War dieser Beitrag hilfreich?
Bewerten Sie Ihr Leseerlebnis.
