Wir nutzten Funchal mehr als eine Woche als Basis und testeten die bekanntesten Attraktionen an zwei Tagen. Das ist unser direkter Filter ohne Tourismuswerbung.
Funchal durch den Realitätsfilter
Acht Tage lang war Funchal unsere Basis auf Madeira. Zwei volle Tage reservierten wir für die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt. Wir wollten wissen, was wirklich Zeit und Geld verdient und was vor allem durch Instagram und Tourismusmarketing lebt.
Meer oder Berge? Die Unterkunft verändert das Erlebnis
Funchal liegt wie ein Amphitheater am Hang. Unten wirkt die Stadt mit Promenade und Felsenpools fast wie ein Ferienort. Oben in Monte, wo wir wohnten, erinnert sie eher an ein historisches Anwesen mitten im Grünen.
Das Babosas Village war ruhig, sehr sauber und ideal, um Monte zu Fuß zu erkunden. Mit dem Auto ist die Lage weniger bequem, doch genau deshalb ließen wir es zwei Tage stehen.
1. Seilbahn Funchal–Monte
Seit 2000 verbindet sie den Jardim Almirante Reis in der Altstadt mit Largo das Babosas. In 15 Minuten überwindet sie rund 560 Höhenmeter.
💰 Etwa 12,50 Euro einfach oder 18 Euro hin und zurück.


Unser Urteil: 4 von 5. Praktisch und schön, aber die kurze Fahrt ist für das Gebotene teuer. Wir hatten visuell etwas mehr erwartet.
2. Seilbahn zum Botanischen Garten
Diese Verbindung quert das João-Gomes-Tal zwischen Quinta do Bom Sucesso und Monte.
💰 Etwa 9,25 Euro einfach oder 14 Euro hin und zurück; Kombitickets mit Garteneintritt sind erhältlich.

Unser Urteil: 3 von 5. Von Monte aus ist das Kombiticket sinnvoll. Nach dem Monte Palace wirkt der Botanische Garten allerdings schnell wie eine Wiederholung.
3. Monte Palace Tropical Garden
Das Gelände begann als Anwesen aus dem 18. Jahrhundert, wurde später ein Luxushotel und nach dem Kauf durch José Berardo 1988 zum Garten und Museum. Berühmt sind die historischen Azulejo-Tafeln und asiatischen Einflüsse.
📍 Caminho do Monte 174
💰 Etwa 12,50 Euro; Kinder bis 15 in Begleitung kostenlos


Unser Urteil: 4 von 5. Vielleicht Madeiras fotogenste Attraktion und für den Preis gut. Mindestens drei Stunden und bequeme Schuhe einplanen. Wer durch die vielen Steigungen hetzt, verliert den Spaß.
4. Botanischer Garten Madeira
Der 1960 eröffnete Garten sammelt Pflanzen aus Makaronesien und aller Welt. Sein geometrisches Blumenmosaik ist das klassische Fotomotiv.
📍 Caminho do Meio, Quinta do Bom Sucesso
💰 Etwa 7,50 Euro

Unser Urteil: 3 von 5. Pflanzenfans können die Sammlung mögen. Uns fiel mangelnde Pflege auf, und nach Monte Palace war der Besuch redundant. Für uns mehr Instagram-Effekt als Pflichtprogramm.
5. Rua de Santa Maria und die bemalten Türen
Das Projekt „Portas Abertas“ brachte 2010 Kunst auf verlassene Türen und half, einen heruntergekommenen Teil der Altstadt neu zu beleben.

Unser Urteil: 2 von 5. Die Idee ist gut und liefert ein paar farbige Fotos. Heute wirkt die Straße jedoch wie eine Touristenfalle mit teuren Restaurants und wenig madeirischer Authentizität.
6. Mercado dos Lavradores
Der Markt von 1940 verbindet Art déco und Moderne. Historische Fliesen aus der Fábrica de Sacavém zeigen traditionelle Szenen.


Unser Urteil: 3 von 5. Architektur und Fliesen lohnen einen kurzen Stopp. Der Markt selbst ist klein, Verkäufer sind hartnäckig und die Obstpreise im Obergeschoss zielen klar auf unvorbereitete Besucher.
7. Moderne Promenade und Marina
Nach den Überschwemmungen von 2010 wurde die Uferzone stark erneuert. Heute bildet sie einen flachen Freizeitkorridor mit Praça CR7.

Unser Urteil: 4 von 5. Der Westen bietet bessere Infrastruktur, gepflegtere Umgebung und anspruchsvollere Bars. Der historische Osten ist stärker von Massentourismus und überhöhten Preisen geprägt.
8. Korbschlitten von Monte
Um 1850 waren die Schlitten ein schnelles Verkehrsmittel bergab. Heute sind sie eine Touristenattraktion. Die carreiros bremsen weiterhin mit dicken Gummisohlen.
📍 Neben der Kirche Nossa Senhora do Monte
💰 Etwa 27,50 Euro für eine Person oder 35 Euro für zwei


Unser Urteil: 4 von 5. Kurz und teuer, aber die Mischung aus leichter Aufregung und Inseltradition hält das Versprechen. Die Fahrt endet in Livramento; von dort braucht man Taxi, Uber oder Bolt.
Die beste Kombination
Mit der Seilbahn nach Monte fahren, Monte Palace in Ruhe besuchen und den Abstieg im Korbschlitten beginnen. Rechnen Sie mit angebotenen Fotos und einem Trinkgeld für die carreiros.
Praktische Antworten
Brauche ich in Funchal einen Mietwagen? Im Zentrum wird er wegen steiler, enger Straßen und Parkplatzsuche eher zur Last. Für die Insel ist er sehr hilfreich.
Wie komme ich ohne Seilbahn nach Monte? Die Busse 20 und 21 fahren aus dem Zentrum. Uber und Bolt sind häufig deutlich günstiger.
Wann sollte ich den Mercado dos Lavradores besuchen? Gegen 9 Uhr sind die Fischstände aktiv. Zeiten mit vielen Kreuzfahrtgästen würde ich meiden.
Schlussurteil: Wie viel Funchal braucht eine Madeira-Reise?
Für uns hätte ein Stadttag gereicht. Die Erlebnisse und Fotos waren gut, doch jeder zusätzliche Tag auf Asphalt kostete Zeit, die Madeiras Wanderwege und Levadas verdient hätten.
Wenn wir heute zurückkehrten, würden wir einen großen Teil Funchals auslassen und mehr Zeit in die wilde Natur der Insel investieren. Die Stadt hat Charme, aber der Preis in verlorener Outdoor-Zeit war uns zu hoch.
Weiterlesen: Mietwagen auf Madeira: Lohnt er sich?
War dieser Beitrag hilfreich?
Bewerten Sie Ihr Leseerlebnis.
