Auf 1.818 Metern verbindet Pico do Arieiro einfache Straßenanreise mit einem anspruchsvollen Bergweg. Wir fanden Menschenmengen und Sperrungen, aber auch ein Panorama, das den Hype erklärt.
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Warum Pico do Arieiro so beliebt ist
Mit 1.818 Metern ist Pico do Arieiro, offiziell Pico do Areeiro, Madeiras dritthöchster Punkt. Nur Pico Ruivo (1.862 m) und Pico das Torres (1.851 m) sind höher.
Arieiro ist der populärste Gipfel, weil eine Straße fast bis nach oben führt. Dort gibt es Parkplätze und ein Restaurant. Gleichzeitig beginnt hier die PR1 Vereda do Areeiro, die berühmte Verbindung zum Pico Ruivo.

Eine vereda ist ein offener Bergweg mit steilen Anstiegen und exponierten Passagen. Das ist etwas anderes als eine meist sanftere Levada entlang eines Bewässerungskanals. PR1 verlangt Kondition und Aufmerksamkeit.
Anfahrt und Parken
Ab Funchal sind es rund 30 km oder 30 bis 40 Minuten. Die asphaltierte Straße ist eng und kurvig, besonders in Nebel oder Dunkelheit anspruchsvoll.
Es gibt zwei kostenpflichtige Parkflächen. Wir zahlten 5 Euro auf dem weiter entfernten Platz und durften den Wagen den ganzen Tag dort lassen. Von dort fährt ein Shuttle, das wir allerdings übersahen. So begann unsere kleine CrossFit-Einheit schon vor dem eigentlichen Weg.

Für Sonnenaufgang sind eine nahe Unterkunft oder ein Transfer vernünftiger als eine unbekannte Bergstraße im Dunkeln.
Sperrung hinter Pedra Rija
Theoretisch wollten wir bis Pico Ruivo. Realistisch hofften wir wegen unserer späten Ankunft und durchschnittlichen Fitness mindestens auf den ersten Tunnel.

Hinter Pedra Rija war der Weg gesperrt, Pico Ruivo also unerreichbar. Trotzdem forderten uns die rund vier Kilometer mit endlosen Treppen, Mittagssonne und Höhe. Genug Training für zwei Menschen über 50, die sich gelegentlich noch für 30 halten.
Kein Anfängerweg
PR1 verlangt mehr als eine einfache Levada. Wir gingen langsam und hielten oft für Fotos. Menschenmengen gehören dazu. Wir sahen eine Frau auf ungesicherten Stufen in 1.800 Metern Höhe hinabsteigen, Getränk in der einen, filmendes Handy in der anderen Hand, ohne auf ihre Füße zu schauen.
Das fasst den modernen Arieiro gut zusammen: halb Bergweg, halb große Sehenswürdigkeit mit Parkgebühren, Souvenirs, Restaurant und Reisebussen.
Unsere Pause im Abrigo do Poiso
Auf dem Rückweg hielten wir im Restaurant Abrigo do Poiso. Freundlicher Service, faire Preise und riesige Portionen machten den Zufallsstopp zum perfekten Abschluss.

Die gemischte Fleischplatte für 30 Euro mit Reis, Bohnen und Kartoffeln hätte problemlos vier Personen satt gemacht. Eine Poncha gehörte zur Erholung dazu.
Was wir beim Sonnenaufgang falsch machten
Wir hatten schlecht geplant. Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang über dem Wolkenmeer ist das Markenzeichen des Arieiro. Wer genau das möchte, sollte Transfer oder nahe Unterkunft bezahlen.
Wir kamen zwischen 9 und 10 Uhr und fuhren gegen 15 Uhr zurück. Auch ohne goldenes Licht erschien das Wolkenmeer schon auf der Anfahrt, und die Aussicht hielt ihr Versprechen.
Würden wir zurückkehren?
Ja, und zwar zum Sonnenaufgang. Bei keiner anderen Madeira-Wanderung bedauerten wir die verpasste Tageszeit so sehr. Beim nächsten Versuch hoffen wir zusätzlich auf eine vollständig geöffnete Route zum Pico Ruivo.
Unser Urteil
Trotz Sperrung und ohne goldenes Licht ist Pico do Arieiro ein Pflichttermin auf Madeira. Man kann nur zum Aussichtspunkt gehen oder die anspruchsvolle Route beginnen. Die Zufahrt per Auto macht den Weg selbst nicht leicht.
Die Menschenmengen sind real und der Instagram-Hype gewaltig. Das Panorama rechtfertigt die Aufmerksamkeit trotzdem.

Weiterlesen: Levada do Caldeirão Verde und Fanal auf Madeira.
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