Ihr braucht in Montreal kein Auto. Ich wohne seit Jahren hier, habe eines in der Garage und lasse es von Mai bis Oktober oft genau dort. So funktionieren Metro, Bus, REM, BIXI und Flughafenbus.
Vergesst das Auto, ich übertreibe nicht
Montreal lässt sich für Besucher besser ohne Auto erleben. Parkregeln sind kompliziert, im Sommer sperren Festivals Straßen und viele interessante Viertel erkundet man ohnehin zu Fuß. Ich wohne seit Jahren hier, besitze ein Auto und lasse es in der warmen Jahreszeit oft stehen.

Das Verkehrsnetz im Überblick
Metro und Busse betreibt die STM. Der REM ist ein separates automatisiertes Bahnnetz. Hinzu kommen BIXI-Fahrräder, Taxis, Uber und saisonale Flussshuttles.
1. Metro: das Rückgrat
Vier Linien decken Zentrum, Village, Plateau, Vieux-Montréal und wichtige Umsteigepunkte ab. Züge fahren auf Gummireifen, ein technisches Detail, das Montreal von vielen anderen Netzen unterscheidet.
Die Stationen wurden von verschiedenen Architekten gestaltet. Nehmt euch Zeit für Kunst und Architektur, statt sie nur als Tunnel zu behandeln.
Fahrräder sind zu bestimmten Zeiten und unter Regeln erlaubt. Prüft vorab die aktuellen STM-Bedingungen.
2. REM
Der REM verbindet Teile der Süd- und Westregion mit dem Zentrum. Der Flughafenast war zum Zeitpunkt unserer Aktualisierung noch nicht die Standardverbindung für Reisende. Verlasst euch bei der Planung nicht auf zukünftige Eröffnungsdaten.
3. Vom Flughafen ins Zentrum
Der Bus 747 verbindet Montréal-Trudeau mit Downtown. Er fährt rund um die Uhr und ist für die meisten Besucher die günstigste direkte Lösung. Das passende Ticket muss den Flughafentarif abdecken.
Taxi und Uber sind bequemer mit viel Gepäck oder mehreren Personen, kosten aber deutlich mehr und hängen vom Verkehr ab.
4. Busse
Busse erreichen Viertel und Parks ohne Metroanschluss. Google Maps und Transit helfen bei Echtzeitdaten, trotzdem lohnt sich etwas Puffer. Im Winter verändern Schnee und Verkehr die Zuverlässigkeit.
5. Flussshuttles
Die saisonalen Navettes maritimes sind Verkehrsmittel und Ausflug zugleich. Sie verbinden unter anderem den Alten Hafen mit Boucherville und anderen Uferorten.
Welcher Pass für drei bis fünf Tage?
Vergleicht Einzelfahrt, Tages-, Wochenend- und Mehrtagestickets anhand eurer Ankunftszeit. Tarife ändern sich. Die offizielle STM-Seite ist verlässlicher als alte Blogtabellen.
Eine OPUS-Karte lohnt sich bei längeren Aufenthalten. Einzelne Pässe gibt es auch auf wiederaufladbaren oder kontaktlosen Medien. Kauft nur die Tarifzone, die eure Strecken tatsächlich benötigen.
BIXI: besonders mit E-Bike
BIXI ist von Frühling bis Herbst eine meiner liebsten Arten, Montreal zu erleben. Elektrische Räder machen Steigungen zum Mont Royal deutlich leichter. Prüft vor dem Losfahren Bremsen, Sattel und Rückgabeanzeige.
Wann lohnt sich ein Mietwagen?
Für Laurentides, Eastern Townships, Mauricie oder einen Roadtrip nach Tadoussac. Holt das Auto erst am Tag der Abfahrt ab. Für Downtown wird es eher zur bezahlten Last.
So würde ich die ersten Tage planen
Nehmt Metro und Fußwege für Zentrum, Plateau und Village. Leiht BIXI für Kanal und Parks. Nutzt einen Bus für Ziele ohne Metro und reserviert einen Flussshuttle als Sommerausflug. Ein Auto kommt erst bei der Fahrt aus der Stadt ins Spiel.
Auch lesenswert
War dieser Beitrag hilfreich?
Bewerten Sie Ihr Leseerlebnis.