Montreal hat weit mehr zu bieten als den Mont Royal. Nach Jahren auf dem Fahrrad vergleiche ich sechs Parks, die jeweils eine andere Seite der Stadt zeigen.

Montreals beste Parks jenseits der offensichtlichen Namen

Alle sprechen vom Mont Royal. Nach Jahren in Montreal, vielen Kilometern auf dem Rad und unzähligen Nachmittagen im Grünen weiß ich aber: Der beste Park hängt davon ab, was man wirklich sucht.

Dieser Guide ist für Reisende, die lieber zwei Stunden auf einer Wiese bleiben, als Sehenswürdigkeiten abzuhaken. Ich betrachte jeden Ort zugleich als neugieriger Besucher und als Bewohner, der auch die Schwächen kennt.

Montreals größte Touristenfallen und bessere Alternativen

1. Parc-nature de l’Île-de-la-Visitation

Dieser Park berührt mich am meisten, auch weil ich in der Nähe wohne. Die Wege folgen der Rivière des Prairies, historische Gebäude erinnern an das alte Sault-au-Récollet und der Sonnenuntergang ist für mich der schönste der Stadt.

Für Radfahrer ist der Zugang angenehm. Für ein ruhiges Picknick oder einen Spaziergang ohne Innenstadttrubel ist er meine erste Wahl.

2. Parc du Mont-Royal

Ja, er gehört auf die Liste. Der Blick vom Kondiaronk-Belvedere ist großartig, doch an sonnigen Wochenenden wird es voll. Der breite Chemin Olmsted eignet sich besser für einen entspannten Aufstieg als die direkten Treppen.

Wer Ruhe sucht, sollte die kleineren Wege und den Bereich rund um den Beaver Lake ausprobieren, nicht nur das berühmte Aussichtsfoto sammeln.

3. Parc Jean-Drapeau

Die Inseln bieten Radwege, Architektur, Strand, Biosphère und schöne Blicke auf Montreal. Gleichzeitig wirkt der Park außerhalb großer Veranstaltungen stellenweise weitläufig und kühl.

Für eine Fahrradrunde ist er ausgezeichnet. Für einen gemütlichen Nachmittag auf der Wiese bevorzuge ich andere Parks.

4. Parc René-Lévesque

Die schmale Halbinsel in Lachine verbindet Kunst im Freien, Wasser auf beiden Seiten und einen hervorragenden Radweg. Man hört hier viel Englisch und spürt, dass Montreal aus sehr unterschiedlichen Welten besteht.

Bei starkem Wind ist der Ort ungeschützt. An einem ruhigen Sommerabend gehört er aber zu meinen Lieblingsstrecken.

5. Parc La Fontaine

La Fontaine ist der urbanste und vielleicht geselligste Park dieser Liste. Menschen lesen, picknicken, spielen Musik und treffen Freunde. Cafés und Plateau Mont-Royal liegen direkt daneben.

Er ist nicht der ruhigste Park, aber einer der besten, wenn man das lokale Leben beobachten möchte.

6. Parc Maisonneuve

Maisonneuve ist riesig, flach und ideal für Rad, Lauftraining oder ein langes Picknick. Botanischer Garten und Olympiapark liegen nebenan. Selbst nach vielen Besuchen entdecke ich dort noch neue Ecken.

Ehrenvolle Erwähnungen

Parc Jeanne-Mance ist lebendig und zentral, Parc Jarry sportlich und vielfältig, Parc Angrignon überraschend waldreich. Keiner ist eine schlechte Wahl, sie passen nur nicht für jeden Reisetag gleich gut.

Welcher Park passt zu wem?

  • Sonnenuntergang und Ruhe: Île-de-la-Visitation
  • Erste Montreal-Reise: Mont Royal
  • Fahrradrunde und Architektur: Jean-Drapeau
  • Wasser und Kunst: René-Lévesque
  • Lokales Stadtleben: La Fontaine
  • Viel Platz: Maisonneuve

Mein Fazit

Montreals Parks sind keine Dekoration. Im kurzen Sommer werden sie zu Wohnzimmern der Stadt. Nimm dir einen Park vor, bleib länger und beobachte, wie Montreal dort wirklich lebt.