Auf Milos waren wir fast acht Stunden mit einem kleinen Motorboot unterwegs, ganz ohne Bootsführerschein. Hier steht, wie die Einweisung abläuft, was ihr vor der Buchung klären müsst und warum der Wind wichtiger ist als jeder Reiseplan.
Darf man in Griechenland wirklich ohne Führerschein ein Boot fahren?
Ja. Bestimmte kleine Motorboote mit begrenzter Leistung dürfen in Griechenland ohne Bootsführerschein gemietet werden. Das heißt aber nicht, dass man einfach den Schlüssel bekommt und aufs offene Meer geschickt wird. Der Vermieter legt das Fahrgebiet fest, erklärt das Boot und kann eine Ausfahrt bei starkem Wind absagen.

Alice und ich mieteten auf Milos ein Boot für fast acht Stunden. Für uns war es einer dieser Tage, die eine Reise verändern: kein Zeitplan einer Gruppe, keine Lautsprecher an Bord und kein Kapitän, der nach zehn Minuten schon zum nächsten Stopp drängt.
Buchung und Wetter: Der Wind entscheidet
Wir waren im September dort, als das Wasser noch warm und die Insel etwas ruhiger war. Trotzdem bleibt der Meltemi unberechenbar. Bucht die Ausfahrt möglichst am Anfang eures Aufenthalts. Wird sie abgesagt, bleibt so noch Zeit zum Verschieben.
Vor der Zahlung solltet ihr fragen:
- ob Treibstoff im Preis enthalten ist;
- wie hoch Kaution und Selbstbeteiligung sind;
- welches Gebiet befahren werden darf;
- was bei Wind oder rauer See passiert;
- ob Kühlbox, Sonnendach und Schnorchelausrüstung an Bord sind.

Einweisung vor der Abfahrt
Unser Check-in war gegen 10 Uhr in der Nähe von Fyriplaka. Vor der Abfahrt zeigte uns das Team Lenkung, Gashebel, Anker, Tankanzeige, Sicherheitsausrüstung und Notfallkontakt. Wir übten auch kurz das Anlegen.
Das Boot hatte Sonnendach, Leiter, Stauraum, Kühlbox und Westen. Hört bei der Einweisung wirklich zu. Auf dem Wasser wirkt eine kleine Unsicherheit plötzlich viel größer als am Steg.
Unsere Route rund um Milos
Der Vermieter kontrollierte die erlaubte Zone nach Wetterlage. Wir fuhren zunächst nach Westen in Richtung Kleftiko und später ostwärts bis in die Gegend von Gerakas, bevor wir zum Ausgangspunkt zurückkehrten.

Mit einem eigenen Boot konnten wir in ruhigen Buchten ankern, schwimmen und so lange bleiben, wie wir wollten. Genau diese Freiheit ist der Unterschied zu einer organisierten Tour.
Was ihr an Bord mitnehmen solltet
- Wasser und Snacks in einer Kühltasche;
- Sonnenschutz, Hut und ein langärmeliges Oberteil;
- trockene Tasche für Handy und Dokumente;
- Handtücher und Schnorchelmaske;
- Medikamente gegen Seekrankheit, falls nötig.

Unterschätzt Sonne und Reflexion nicht. Auch unter dem Dach verbringt man viele Stunden auf hellem Wasser.
Eigenes Boot oder Gruppenausflug?
Eine Gruppentour ist einfacher und für unsichere Fahrer entspannter. Das private Mietboot lohnt sich, wenn ihr zu zweit, als Familie oder mit Freunden eure Stopps selbst bestimmen wollt. Rechnet nicht nur den Mietpreis, sondern auch Treibstoff, Kaution und Versicherung ein.

Unser ehrliches Fazit
Für uns hat es sich eindeutig gelohnt. Es war nicht die billigste Aktivität auf Milos, aber eine der persönlichsten. Voraussetzung ist, dass ihr die Einweisung ernst nehmt, die festgelegte Zone respektiert und bei schlechtem Wetter nicht diskutiert.

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